Chronik – 35 Jahre Klever Jazzfreunde e.V.

„Der Jazz in Kleve ist nicht tot.“

So überschrieb der passionierte Jazz-Pianist Helmut Teubner im Herbst 1981 ein Rundschreiben an Jazzinteressierte in Kleve und Umgebung. Er rief damit zur Aktivierung der hiesigen Jazz-Initiative auf.

01-horstNachdem in den 50-er Jahren eine lebhafte Jazz-Szene in Kleve dank zahlreicher guter einheimische Musiker wie Hans Hebben, Horst Locke, Ernst Kluge u.a. zu beobachten war, kamen diese Aktivitäten in den folgenden beiden Jahrzehnten weitgehend zum erliegen. Der damalige Kulturamtsleiter Helmut Schreiner organisierte einige wenige städtische Konzerte. Internationale Jazz-Größen wie die Lionel Hampton Big-Band und das Golden Gate Quartett kamen nach Kleve.

26. Januar 1982   ·   Hotel Verweyen

jazzoderniebandfotoAm 26. Januar 1982 trafen sich rund 2 Dutzend Frauen und Männer und wählten den ersten Vorstand des neu gegründeten Vereins. Mit dem ehemaligen Bierkeller an der Wasserstraße wurde dann ein ideales Veranstaltungslokal gefunden. Und die Gründung der Formation „Jazz oder Nie“ war ein Glücksfall; denn von 8 Veranstaltungen im Gründungsjahr 1982 wurden 6 von dieser Band bestritten. Der Bierkeller hatte Flair, es herrschte stets großes Gedränge. Das Publikum besetzte sogar teilweise die gesamte nach draußen führende Treppe.

02-jazzodernielpNach und nach wurde der Wunsch nach Gast-Bands umgesetzt. Einigkeit herrschte stets darüber, die musikalischen Stilrichtungen breit zu streuen. Es waren sowohl traditionelle Stilarten, wie New Orleans Jazz, Boogie Woogie, Blues, Gypsy-Jazz und Swing, als auch moderne wie Bebop, Cool-Jazz und Hard Bop zu hören. Am 27. Dezember 1983 wurde erstmals die „Charlestown Jazzband“ aus Nijmegen eingeladen. Es war wohl Liebe auf den ersten Blick. Der Abend verlief so erfolgreich, dass Band und Termin über 3 Jahrzehnte beibehalten wurden. Mit 25 Gastauftritten ist die „Charlestown Jazzband“ einsamer Spitzenreiter in unserem Club. Spätestens, wenn die Musiker zur mitternächtlichen Stunde das Kufsteinlied intonierten summte das gesamte Publikum mit. 1984 gab der Bierkellerwirt auf. Nach wechselnden Lokalen (u.a. 5 Konzerte in der ehemaligen AWO-Fabrik) entschieden wir uns im Herbst 1986 für das Burg-Hotel in der Hafenstraße.

Jazz in der Burg

Seit 1984 waren die sommerlichen Freiluftkonzerte im Innenhof der Schwanenburg „Jazz in der Burg“ beim Publikum sehr beliebt. Sie wurden durchschnittlich von 400 bis 500 Gästen besucht. Zweimal waren wir gezwungen, die Konzerte wegen Regenwetters kurzfristig in unser angestammtes Veranstaltungslokal zu verlegen. Ab 1998 verzichteten wir auf weitere Burghof-Veranstaltungen, weil uns das Wetterrisiko zu groß wurde.

Riverboat Shuffle

In 1985 führten wir eine weitere Konzertreihe ein: Im Sommer startete die „MS Stadt Emmerich“ im Klever Hafen und endete nach mehrstündiger Fahrt in Emmerich. Von dort gings mit dem Bus zurück. Da die Schleusenzeiten verkürzt wurden, hätten die Fahrten schon am Nachmittag stattfinden müssen. Damit fielen diese Ereignisse bald auch wieder ins Wasser.

Auf zum Bären

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Das Burg-Hotel schloß 1987 seine Pforten. In der Tiergartenstraße gings im Bistro „Zum Bären“ weiter.  Zu jener Zeit begannen um 21 Uhr und endeten entsprechend erst nach Mitternacht. Doch damit war der Jazzabend noch lange nicht beendet. Nach dem offiziellen Teil setzten sich die Pianisten aus den Clubreihen ans Klavier. Reinhard Strähnz, Dr. Günther Bähr, Helmut Teubner, Hans Hebben und andere – nacheinander. So endete manch Konzertabend in den frühen Morgenstunden. Der Wirt Manni Rhode gab zur Jahresmitte 1992 das Bistro „Zum Bären“ auf. Er übernahm „La Bergerie“ in Bedburg. Nach wenigen Konzertabenden stellte sich heraus, dass die Lokalität als reines Esslokal für Jazzkonzerte nicht geeignet war.

10 Jahr-Feier in der Stadthalle

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Im Januar 1992 feierten wir unser Jubiläum ausgiebig in der Klever Stadthalle. Dr. Barbara Hendricks moderierte den Abend. Fünf Jazz-Formationen verschiedener Stilrichtungen stiegen auf die Bühne:
Doohackedoodles Jazzband
Steam Team
Jazz oder Nie
Ack van Rooyen Quintett
Dixietown Jazzband

Puppa Schmitz

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1992 wechselten wir zum „Haus Bresserberg“. Bei der Inhaberin Marie-Luise Klar liefen wir offene Türen ein. Schließlich hatte das Lokal in den bereits erwähnten jazz-reichen 50-er Jahren seine Eignung als Veranstaltungsort bewiesen. Selbst in einem Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1925 wurde bereits für eine Nachmittagsveranstaltung mit Jazz-Einlagen geworben. Am 27. Dezember 1992 startete die erfolgreiche, 15 Jahre andauernde Zeit, auf dem Klever Berg.

Central Café in der Neuen Mitte

Ab 2007 präsentierten wir unsere Bands in der Innenstadt, da wir uns zusätzliche Gäste erhofften, die hier am Abend durch Kleve flanieren.

Coffeehouse in der Elefanten Schuhfabrik

Im Sommer 2009 erfuhren wir von der Schließung des Central Cafés und die kurze Suche nach einem Konzertsaal für die bereits gebuchten Bands führte uns ins Coffeehouse an der Hoffmannallee – ebenso zentral gelegen, luftigere Räume und ein Ambiente, was Musikern und Publikum sehr gefällt. In diesem Jahr übertrug auch der langjährige Vorstand – Jürgen Gebhard war 27 Jahre 1. Vorsitzender – seine Ämter an drei jüngere Nachfolger, ein deutlicher Generationswechsel. Steven Decorte leitete den Verein von 2009 bis 2016. Im Februar 2016 wurde Elena Kreßin als erste Vorsitzende von der Mitgliederversammlung gewählt.

Fortsetzung folgt.